Über kleine breakdowns oder: Ich kanns schon selbst nicht mehr hören


Neulich bei Oma. Es ist Sommer. Das Thermometer erreicht endlich eine angenehme Temperatur – so gegen 20 Uhr. Grillduft liegt in der Luft und wir spielen ein Kartenspiel. Und dann passiert es. Irgendein Wort, irgendeine Aussage hat dazu geführt, dass wir uns den Sterbegang meines Opas anhören konnten. Wieder einmal. Wieder von ganz von vorne bis zum Ende. Sprichwörtlich. 

Und während ich so halbwegs zuhöre, weil man die Geschichte schon gefühlt 1000 mal gehört hat, öffnet das Universum mir die Augen: Du bist kein Stück besser, wahrscheinlich noch schlimmer.

Ich habe das Gefühl, ich komme nie darüber hinweg.

Ich habe das Gefühl, ich komme nie darüber hinweg. Aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht liegt es am Zeitpunkt. Vielleicht ist die Jugend daran Schuld. Auch mir passiert es immer noch, dass ich von „damals“ erzähle. Manchmal lässt es sich nicht verhindern. Die Jugend prägt. Man erlebt und entdeckt. Man vergisst gewisse Dinge nie. Und wenns gerade zum Thema passt, packt man diese alten Kamellen wieder aus. Und dann lacht man auch noch, oft sogar noch dämlich, weil die Erinnerung schön ist. Weil man genau weiß, wie sich das angefühlt hat. 

Danach fühl ich mich aber nicht wirklich gut. Es ist schon wieder passiert. Mal wieder. Beschämendes Gefühl macht sich in mir breit. Ein unsicheres Lächeln deutet schon an: Das wollt ich nicht.

Ich kenn das, ihr kennt das auch! 

Was ich damit sagen will: Emotionale Befreiung ist schwieriger als ich gedacht habe.

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