Was ich mal sagen wollte: Bitte Freundschaft, bitte bleib! Oder: Sie ist weg, weg.

Und ich bin wieder allein, allein.

Teil I.

Eltern, Geschwister, Verwandte. Sie alle wohnen in einem angenehmen Umkreis. Meine beste Freundin ist gerade mal 20 Fahrminuten entfernt. In weniger als einer Woche wird sie 129 Kilometer weiter entfernt sein. Sie wird wegziehen. Und ich bin hier. Hier in Passau. Für hier habe ich mich nach München entschieden, denn hier ist es schön. Hier fühle ich mich wohl. Meine Arbeit ist hier. Bekannte sind hier. Mein Leben spielt sich genau hier ab.

Nur sie ist es dann eben nicht mehr. Auch wenn ich mich für sie freue und ihr den Neuanfang gönne, bleibt dieser eine Gedanke: Was bringt die Zukunft? 

Sag du. Du kennst sie schon länger

Unsere Freundschaft ist noch vergleichsweise jung und trotz allem so innig, so vertraut, dass einige damals dachten, wir wären schon ein Leben lang befreundet. Dieses „ein Leben lang“ war frische zwei Wochen alt.

Nicht gesucht und doch irgendwie gefunden. 

Wir haben Wochen damit verbracht, uns unsere großen Liebesgeschichten immer und immer wieder zu erzählen. Bei Burger und Pommes uns die schönsten Nachrichten vorgelesen. Zusammen gelitten, zusammen geheilt. Zusammen. Wir haben uns nicht gesucht und doch irgendwie gefunden.

Du zu mir, ich zu dir. Wir haben uns so gut wie jeden Tag gesehen. Spontan. Geplant. Egal. Hauptsache wir. Seelenverwandte, Fische, die sich blind vertrauen. Wissen, wie der andere tickt. Die wichtigste Bezugsperson füreinander.

Stumm miteinander gelitten, wenn der andere Liebeskummer hatte. Jeder auf seine eigene Art und Weise. Herz gebrochen? Eine Autofahrt, laute Musik, Stille, Spaghetti Scampi, Dessert und jede Menge Weißwein. 

Hand aufs Herz: Die große Trennung stand schon mal an.

Und dann, dann hast du dich verliebt. Nach all den Erfahrungen hast du dich für jemanden geöffnet. Damit änderte sich einiges. 

Wir standen noch immer im täglichen Kontakt, aber mit jeder Woche mehr mit ihm, war weniger mit uns. Und er tat dir nicht gut, die Meinung vertrete ich bis heute. Es hat geknallt, die Fetzen sind geflogen. Jeder war auf seine Art gekränkt. Die Liebe und die Freundschaft können knallhart sein.

Und jetzt? Jetzt sind wir bald wieder getrennt. Für immer?

Kein Auto. Arbeitsalltag. Entfernung. 

Mit den Umzug nach Passau, habe ich mein Auto aufgegeben. Spontan ins Auto steigen – seither Fehlanzeige. Dennoch: zu wissen, dass du immer in Reichweite warst, war beruhigend. Was ich sagen will: 129 Kilometer sind nicht Passau. 129 Kilometer sind nicht ansatzweise in der Nähe. 129 Kilometer sind nicht hier, in der Stadt, in der wir zuhause waren.

Aber diese Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Niemals. Versprochen.

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