Von der Amstel und den Grachten⎜Amsterdam

In einer der farbenprächtigsten Jahreszeiten sind Städtetrips besonders schön. Also kurzfristig und mit einer großen Portion Glück ein Sparticket der DB gebucht und ab geht die Post. Weil es aber auch in Deutschland schöne Fleckchen Erde gibt, wird erstmal ein Zwischenstop in Düsseldorf eingeplant. Ich fahre täglich Zug, aber mit dem ICE hatte ich zuletzt vor 11 Jahren das Vergnügen. Die Zukunft wird zeigen, ob unsere Liaison nur wegen eines Wochenendabenteuers statt fand, oder sich auf Dauer zu binden vermag. Generell ist Zug fahren eine entspannte und romantische Weise, um eben auch was von der Umgebung zu sehen.

Und während ich hier so schreibe, folgt der Zug ruhig und gleichmäßig den Schienen. Die Sonne scheint in ihren herbstlichen Tönen und die Strecke wird beidseitig von Fachwerkhäusern und kleinen Hügeln mit bunt schimmernden Bäumen gesäumt. Hach, und nebenbei haucht mir Lana Del Rey melancholisch ins Ohr.

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Samstag, 02:30 Uhr morgens. Der Wecker ertönt nach gerade mal vier Stunden Schlaf. Nach minutenlangem Kampf rollen wir uns aus dem Bett und kriechen in Richtung Badezimmer. Außer selbstmitleidigen Lauten hört man nichts von uns. Kaum einer vermag es bei dieser Uhrzeit zu wagen, ein anregendes Gespräch zu führen. Aber, der frühe Vogel fängt den Wurm, deswegen wurde der erste FlixBus nach Amsterdam gebucht. Selber Schuld. Jedenfalls sind wir viel zu spät losgefahren, um zehn Minuten vor der Abfahrt an einer menschenleeren Bushaltestelle zu stehen.

Zwanzig nach Vier – kein Bus

Weil wir wie zwei verrückte Hühner den halben Bahnhofsvorplatz hin und her gelaufen sind, fiel es uns wie Schuppen von den Augen. Mist, der Bus ist wohl weg. Umsonst ein Ticket gekauft. Wir haben’s ja dicke. Die Schuld uns aber einzugestehen wollten wir dennoch nicht, schließlich waren wir noch vor der offiziellen Abfahrt an der Haltestelle. Also wird die Servicenummer gewählt und gerade als wir loslegen wollten, rollt ein grüner Bus ums Eck. Alles gut. Wir sind glücklich. Der Mann an der anderen Telefonleitung ist es auch.

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Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön

Ich weiß nicht, wer und ob schon jemand mal zu einer gottlosen Zeit mit dem Fernbus in die Niederlande gefahren ist, aber die Personen, die sich dort drin tummeln, entsprechen jedem Klischee. Dennoch, keine Vorurteile. Die Busfahrt war angenehm und den Zielbahnhof Sloterdijk haben wir auch pünktlich erreicht.

Auf in die Stadt. Mit dem Sprinter sind wir innerhalb von fünf Minuten am Centraal und dann stehen wir einfach so da. Mitten in Amsterdam, um sieben Uhr morgens und wissen erst mal nicht, wohin mit uns. Die Dämmerung ist geradeso erst dem Morgenrot gewichen und wir haben noch mehr als 16 Std. vor uns, bevor es zurück geht.

Cafétechnisch ist es in Amsterdam ja so, dass es unglaublich viele romantisch anmutende Locations gibt und auf eine hab ich es schon vor vier Jahren abgesehen. Café Loetje. Damals nur von außen begutachtet, stürm ich mit Franzi im Schlepptau die Stufen hinunter, um ihr den Kaffeetraum in blauen Porzellan und weißem Holz zu zeigen. Wir sind die allerersten Gäste an diesem Morgen. Das freut uns besonders, weil wir so noch Ruhe haben, ein paar Fotos zu schießen und all die Eindrücke für uns selbst und ganz allein zu haben.

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Weil wir direkt am Fenster sitzen, können wir den Sonnenaufgang über den Dächern von Amsterdam beobachten. Wir sitzen sozusagen in der Front Row des Morgenrotes. Einfach wunderschön.

So, Schluss mit dem Gequatsche. Manchmal reicht es auch, einfach nur die Bilder sprechen zu lassen. Hier sind sie:

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franzi

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Was wir übrigens schaffen wollten:
– Einen Secondhand Laden aufsuchen und rumstöbern
Anne Frank Haus besuchen
iamsterdam Schild begutachten
– Souvenirs kaufen
– Grachtenrundfahrt am Abend

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Und was wir tatsächlich geschafft haben:
Sexmuseum: interessant, amüsant und lehrreich.
– 5 x mit der gleichen Tram rauf und runter zu fahren
– Beim „schwarz fahren“ erwischt zu werden, weil mein Ticket keinen Aufdruck aufwies
– in lebensbedrohliche Situationen, durch Straßenüberquerung geraten zu sein
Rotlichtviertel zu einer nicht empfehlenswerten Uhrzeit zu begutachten
– leckersten selbst gemachten Burger seit immer gegessen
– einen alten Plattenladen gefunden – Nostalgie pur
– mit den Nasen an jedem Deko- und Möbelfenster hängen geblieben
– unnötige 15 Euro für zwei Crepes ausgegeben. Beide waren es nicht wert.
– jede dritte Treppe fast runtergefallen, weil einfach Gleichgewichtsprobleme vorhanden waren

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Tot ziens, Amsterdam. Tot snel weerziens.

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Comments

  1. Antworten

    Wie schön! Amsterdam steht gerade auch ziemlich weit oben bei meinen Reisezielen, die schönen Bilder vergrößern den Wunsch gerade nochmal. 🙂

    Claudia
    http://junegold.blogspot.de

    1. Antworten

      Oh ja, Amsterdam gehört definitiv zu meinen Lieblingsstädten. Ich mag die Sprache, die Häuser, die Einrichtungen… Es war nicht das erste mal Amsterdam und wird auch nicht das letzte mal gewesen sein. 🙂 Und vielen Dank für dein lieben Kommentar.

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