EINMAL RETRO UND ZURÜCK ⎜ZEITREISE BEI KAFFEE UND LACHSBRÖTCHEN

Das Wetter hat uns ermutigt, wieder einmal die Kamera zu entstauben, um hippe Fotos von uns zu knipsen. Mal was anderes ausprobieren. Nicht nur vor ner schnöden Wand in den eigenen vier Wänden posen und in die Linse schmollen. Was total neues und cooles – Streetstyle. Das sieht nicht nur gut aus, sondern macht auch ganz schön Eindruck auf die Welt. Awesome.

Die Akkus sind also volle Pulle geladen, die Frisur sitzt (noch), das Outfit ist on fleek. Zumindest bei meiner Freundin, weil ich mich wie in einem Müllsack fühle, nachdem ich sie aus dem Haus Sturm geklingelt habe. Und es ist bewölkt. Perfekt. Auf nach Passau! Dort findet man nämlich Gässchen, die habt ihr noch nicht gesehen. Supereng, super verwinkelt, superschön. Nun muss man wissen, das Passau auch das Venedig Bayerns genannt wird. Weißt du Bescheid.

Zwischen Metallica und krassem prettymofukkanamed Shindy düsen wir rechts die Donau entlang. Hier merke ich an, dass wir eigentlich mit einem ruhigen Tag in der Stadt gerechnet hatten, aber die Sommerferien machten uns einen fetten Strich durch die Rechnung. Kurz: 0 Parkplätze frei und ein Touristenaufkommen deluxe.

Stellplatz gefunden, ab geht die Post. Erster Halt ist der Passauer Dom, auch von innen. Ich hab halt eine Schwäche für Kirchen. Die Deckenhöhe, sowie -malerei, ganz ehrlich, wen beeindruckt sowas nicht. Hut ab an dieser Stelle vor den Architekten und Künstlern von damals. Auf Holzgerüsten rumturnen, um Kopfüber die Wände zu verschönern nenn ich mal  knallharte Skills. Für Wissbegierige lass ich meinen Klugscheißer mal zu Wort kommen: 17974 Pfeifen und 233 Register lässt der Orgelspieler ertönen, und zwar jeden Werktag um 12:00 Uhr. Somit ist sie die weltgrößte katholische Orgel der Welt. Wer also auf engelsgleiche Musik steht, ist im Stephansdom genau richtig.

Vorm Domplatz nochmal kurz einen Blick auf die strahlend weiße Fassade geworfen, geht es rechts vorbei in die Seitengassen. Vier Augen sehen mehr, deshalb entgeht unseren Blicken auch nicht das unscheinbar anmutende Eisentor. Na bitte, hier ist die erste Location. Ich bin begeistert, meine Freundin noch skeptisch. Aber ich weiß schon, wie ich sie rum krieg. Graffiti an den Wänden zieht immer. Gibt Farbe, Kontrast und man fühlt sich ein bisschen nach Krawall und Remmidemmi.graffitikulisse

Wir erinnern uns, dass wir hierher gekommen sind, um die Möchtegern-Künstleradler in eine andere Richtung zu lenken. Wurde nur erstmal nichts draus, denn der Wind in den Haaren, das Licht, die Wand, all das hat uns prompt in alte Gewohnheiten fallen lassen. Was auch nicht schlecht ist, aber eben auch nicht gut zur Abwechslung beiträgt. Also Schluss damit und weiter gehts. Zwischendrin sind wir dann doch wieder stehen geblieben, haben wild rumgeknipst, um uns anschließend selbst auf die Schulter zu klopfen. Eigenlob stinkt nicht. 

Bereit für eine Zeitreise in die Luragogasse N°3?

Freund Hunger meldet sich zu Wort, deshalb schlendern wir Richtung Innenstadt und bleiben mit einem Male vor Entzückung oder Faszination stehen. Es gibt einfach keinen passenden Begriff für den ersten Eindruck. Wir sind uns einig, da müssen wir rein.

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13987098_1150066701698556_2053634791_oHier hat man noch das Gefühl, dass die Welt in Ordnung ist. Stimmungsvolle Cafémusik im Hintergrund, Nierentische, bodentiefe Schaufenster, die Liebe zum Detail und der unwiderstehlicher Kaffeegeruch, der in der Luft liegt. Im Schöffberger stimmt einfach alles. Bei Latte Macchiato, Lachsbrötchen und Muffin genießen wir die Aussicht von unserem Fensterplatz aus.

Der perfekte Platz, um vor dem Alltag zu fliehen.

Wortwörtlich. Versprochen. Ein bisschen Großstadtgefühl in der Kleinstadt. Man hat quasi gar keine andere Wahl, als sich zurückzulehnen und der Atmosphäre hinzugeben. Hey, hier bleiben wir für immer. Was die Betreiber wohl dazu sagen würden?

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Dieses schöne Plätzchen lässt kleine Retroherzen größer schlagen. Nach dem ersten Schluck Kaffee sind wir noch immer viel zu fasziniert, um die Kamera rauszuholen. Oder gar zu schüchtern. Wir trauen uns doch und können versichern, dass auch ohne Filter nicht nur alles ganz wunderbar zum anbeißen aussieht, sondern auch genauso schmeckt. Beweisfoto folgt gleich unten drunter.

13987118_1148893071815919_806056996_o 13951059_1148847581820468_134581397_o 13977827_1148853868486506_2133480921_o 13931631_1148853871819839_67346485_oDer Milchschaum wurde ausgelöffelt, der kleine Hunger gestillt und die Speicherkarte hatte auch etwas zu tun. Herrlich. Eine letzte Station wartet nur darauf, bildlich festgehalten zu werden. Mit jeder Menge positiver Gefühle spazieren wir via Umweg zur Höllgasse alias die Künstlergasse. Ateliers, Kunstgewerbe und Schmuckdesigner haben dort ihr zuhause gefunden und wir neue Motive.

Was wir gelernt haben? Manchmal muss man gar nicht weit weg fahren, um das Glück zu finden. Ach ja und die Streetstyle Fotografie lassen wir erstmal beruhen, weil wir hier jetzt abbrechen mussten, wegen Regen versteht sich. Und jetzt: Schnell ins Auto!

14001745_1148655301839696_1330405838_o Unbenannt-1 rain13950541_1148893055149254_988804137_o

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