EINE „BRISE“ SALZ

Es ist schon eine Weile her, da hat sich mein Leben einmal komplett gedreht. Das Drehen wirbelte den Staub auf, der auf mir lag. Natürlich nur symbolisch, aber durch das Staub aufwirbeln kam eine schon fast vergessene Schicht zum Vorschein. Sie kam und erweckte plötzlich das alt Bekannte in mir. Lust auf Leben. Das soll nicht heißen, dass ich die letzten Jahre frustriert und deprimiert in einer Ecke saß, aber ich hab vergessen, wer ich bin. Vergessen, wie es ist, Spaß zu haben, Nächte durchzufeiern und nicht nur in 5* Hotels zu nächtigen. Hingenommen, das alles durchdacht und geplant sein muss. Die Welt spontan entdecken und der eigenen Komfortzone wieder zu entkommen war meine größte Errungenschaft dieses Jahr. Und weil meine vermeintliche Freiheit nach mehr Freiheit schrie, wurde kurzerhand ein Mädelstrip gebucht.

Wenn man schon einmal eigenständig plant, dann fliegt man doch gleich dahin, wo man weit weg von allem ist. Logisch. Und so wurde das MacBook aufgeklappt und es wurde getippt, bis die Tasten rausfielen. Bei Tag und bei Nacht wurde gesucht und kalkuliert. Sechs Monate ist das jetzt her. Wie zwei Vorschulkinder haben wir uns gefreut. Uns zieht es nämlich in den Osten. Dahin, wo Australier so regelmäßig anzutreffen sind, wie die Deutschen auf Malle. Ein Ort, wo es das ganze Jahr über drückend warm ist und der Dschungel geheimnisvoll die unzähligen Tempel umarmt. Ganz zärtlich, wie eine Affenmutter ihre Kinder.

Wir fliegen dahin, wo die kleinen grünlich-braunen Flecken auf dem Schulglobus, eine aneinander gekettete Inselgruppe zwischen Indonesien und Malaysia bilden. Dorthin, wo man einen 24 Stunden Flugmarathon mit gewisser Freude auf sich nimmt, mit der Hoffnung auf plötzliche Weisheit und Meditation bei Sonnenaufgang à la eat, pray, love. Eine Insel, die weit unten rechts von Deutschland aus liegt. Bali halt.

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